Advocacy

Was ist Advocacy-Arbeit?

Wir vertreten als Nichtregierungsorganisationen die Interessen der Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen in den Philippinen gegenüber den menschenrechtlichen Ausschüssen und Gremien der internationalen Zusammenarbeit der Bundesregierung und der internationalen Organisationen, wie der Europäischen Union und den Vereinten Nationen.

Dort bringen wir zu strategisch günstigen Zeitpunkten Statements ein, briefen politischen Entscheider*innen und Multiplikator*innen adressatengerecht und vernetzen uns mit philippinischen und internationalen Partner*innen um gemeinsame Side-Events zu den Sitzungsperioden der Menschenrechtsgremien der EU und der UN zu organisieren.

Menschenrechte in den Philippinen

Die Philippinen haben sich durch die Unterzeichnung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) sowie der Ratifizierung verschiedener UN-Menschenrechtsabkommen zum Schutz, der Achtung und der Gewährleistung der Menschenrechte verpflichtet. Die Umsetzung in der philippinischen Verfassung von 1987 sowie weiteren Abkommen (wie etwa der Bill of Rights) und Institutionen (wie etwa der staatlichen Menschenrechtskommission – CHR) verankert. Von den neun bedeutendsten UN-Menschenrechtsabkommen haben die Philippinen acht ratifiziert, darunter den UN-Sozialpakt und den UN-Zivilpakt.

Die UN-Konvention gegen das Verschwindenlassen wurde bisher nicht von den Philippinen unterschrieben oder ratifiziert. Nichtsdestotrotz nimmt die Zahl der Menschenrechtsverletzungen, von denen philippinische Partner*innenorganisationen berichten und die sie selber erleben, seit 2001 kontinuierlich zu.

Unter der Regierung Duterte kommen seit 2016 neue Formen von Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem sogenannten “Krieg gegen die Drogen” hinzu. Neben extralegalen Tötungen, die in die zehntausende Fälle gehen und vor allem Angehörige armer Bevölkerungsgruppen treffen, kommt es im “Krieg gegen die Drogen” verstärkt zu Verschwindenlassen, willkürlichen Verhaftungen, Einschüchterungen und Repressionen der Zivilgesellschaft, Menschenrechtsverteidiger*innen, Indigenen, Journalist*innen und Mitgliedern der politischen Opposition sowie eine explizit frauenverachtenden, menschenrechtsfeindlichen und gewaltverherrlichenden Diskurs von oberster politischer Stelle.

Dokumentation von Einzelfällen

Das AMP dokumentiert und begleitet Einzelfälle politischer Morde sowie Kriminalisierungen und Verschwindenlassen von Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen, die die Methodik der strukturellen Menschenrechtsverletzungen verdeutlichen. Eine Liste aller Fälle politischer Morde an Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen erscheint im AMP-Menschenrechtsbericht.

Lobby-Aktivitäten

Das AMP wirkt mit den Lobbyinstrumenten der Zivilgesellschaft auf Entscheider*innen und Multiplikator*innen in der Deutschland, der EU und der UN ein, mit dem Ziel zu einer Verbesserung der Menschenrechtssituation in den Philippinen beizutragen. Damit verschaffen wir unseren Anliegen und denen unserer philippinischen Partner*innen auf internationalem Parkett gehör.

Die internationale Lobbyarbeit für die Philippinen wird wichtiger, denn wir stetig schrumpfende Räume für die philippinische Zivilgesellschaft im eigenen Land beobachten müssen.