Eine regionale Gesundheitsorganisation und Menschenrechtsgruppen fordern den Schutz und die Freilassung der Ärztin Ana Marie „Doc Ana“ Rilloraza, einer der sieben mutmaßlichen kommunistischen Rebell:innen, die bei einer gemeinsamen Razzia von Polizei und Militär am 11. März 2026 festgenommen wurden.
Rilloraza wurde zusammen mit Gabriel Kennedy Bangibang, Theresa Forag, Ranee Francella Tuazon, Renato Ginez, Marc Mendiola und Javar Sugao in einem Haus in der Pag-asa-Straße im Barangay Baras-Baras in Tarlac City festgenommen.
Nach Angaben der 501. Infanteriebrigade der philippinischen Armee werden ihnen versuchter Mord sowie illegaler Besitz von Schusswaffen und Sprengstoff vorgeworfen.
Rilloraza berichtete, dass etwa 100 Polizist:innen und Militärangehörige, von denen einige maskiert waren und keine Namensschilder trugen, vor Tagesanbruch das Haus stürmten, in dem sie sich aufhielt. Sie gab sich als Ärztin zu erkennen, die Patient:innen versorgte. Als die staatlichen Sicherheitskräfte hereinkamen, sah sie einen Mann, der eine große Tasche in einen Raum trug. Beamt:innen der Barangay* trafen erst ein, nachdem die staatlichen Sicherheitskräfte das Haus verlassen hatten; zu diesem Zeitpunkt waren die Schusswaffen und Sprengstoffe bereits als vermeintliche Beweismittel präsentiert worden.
Rilloraza wurde am 15. März 2026 in das Gefängnis von Candon City gebracht und später in das Provinzgefängnis verlegt.
Der Rat für Gesundheit und Entwicklung (Council for Health and Development/CHD), eine nationale Organisation für gemeindebasierte Gesundheitsprogramme in den Philippinen, erklärte in einer Stellungnahme, dass „diese haltlosen Anschuldigungen einen Angriff“ nicht nur auf Rilloraza, „sondern auf die gesamte Bewegung für Gesundheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte“ darstellten.
Laut CHD ist Rilloraza Absolventin des College of Medicine der University of the Philippines und Gründungsmitglied von PAGSAMA, einer gemeindebasierten Studierendenorganisation des College of Medicine der UP. Nach ihrem Abschluss schloss sie sich CHESTCORE (Community Health Education, Services, and Training in the Cordillera Region) an und engagierte sich für indigene und ländliche Gemeinschaften, leitete medizinische Einsätze und bildete Hunderte von Einheimischen zu Gemeindegesundheitsfachkräften aus, wodurch sie nachhaltige Gesundheitsprogramme stärkte.
CHESTCORE forderte die Behörden nachdrücklich auf, eine humane Behandlung und ein ordnungsgemäßes Verfahren für Rilloraza und andere zu gewährleisten, die aufgrund falscher Anschuldigungen von staatlichen Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen wurden.
Die Cordillera Human Rights Alliance (CHRA) erklärte, Rilloraza und ihre Begleiter:innen seien zum Zeitpunkt ihrer Festnahme unbewaffnet gewesen, und wies die Vorwürfe der Polizei wegen illegalen Waffenbesitzes als erfunden zurück. Die CHRA behauptet, die Festgenommenen seien von den festnehmenden Beamt:innen körperlich und verbal misshandelt worden, unter anderem durch Schläge und die Anordnung, sich mit dem Gesicht nach unten hinzulegen.
* Die “Barangay“ ist die unterste politische Verwaltungseinheit der Philippinen.
Foto © Raffy Lerma
