Menschenrechtsgruppen verurteilen Schikanen und Verhaftungen von Aktivist:innen in Negros und Iloilo

Menschenrechtsgruppen schlugen Alarm wegen einer Reihe von Vorfällen, die sich gegen Entwicklungshelfer:innen und Aktivist:innen in Negros, Iloilo und benachbarten Provinzen richten, und berichten von Schikanen, Einschüchterungen und ihrer Meinung nach politisch motivierten Verhaftungen.

Zwei Angehörige der Küstenwache suchten Joselito Macapobre am 30. März 2026 gegen 9:00 Uhr in Negros Occidental auf, befragten ihn zu seinem Aufenthaltsort und verlangten die Namen der Mitglieder seiner Organisation. Macapobre ist Vorsitzender des Fischer:innenvereins PAMAGI und ehrenamtlicher Gemeindeorganisator für die Organisation Paghidaet sa Kauswagan Development Group (PDG).

Die Beamt:innen betraten zudem ohne Erlaubnis seine Wohnung, während er nicht zu Hause war, so Macapobre.

Macapobre erklärte, er sei seit 2022 wiederholt Schikanen und dem sogenannten „Red-tagging“ ausgesetzt. „Red-tagging“ bedeutet, Personen oder Organisationen als Mitglieder der Rebellengruppe New People’s Army oder als „terroristisch“ zu brandmarken. Macapobre berichtete zudem, dass er im Januar 2026 einen Entführungsversuch überlebt habe. Nachdem er Hilfsgüter an Bäuer:innen verteilt hatte, zwangen bewaffnete Männer ihn in einen Kleinbus, bevor es ihm gelang, zu fliehen.

Macapobre hat inzwischen beim Obersten Gerichtshof Anträge auf Erlass einer Amparo-Verfügung und einer Habeas-Data-Verfügung gestellt, um Schutz vor weiteren Drohungen zu erlangen und die Offenlegung der angeblich rechtswidrigen Datenerhebung zu fordern. Die Menschenrechtsorganisation Karapatan, die eine formelle Untersuchung gefordert hat, warnte, dass Macapobre und seine Gemeinschaft weiterhin in Gefahr seien, und forderte den Staat nachdrücklich auf, für etwaige Schäden zur Rechenschaft gezogen zu werden.

In einem separaten Vorfall nahm die Polizei am 2. April 2026 im Rahmen einer gemeinsamen Polizei- und Militäroperation in Pavia, Iloilo, zwei ältere Aktivistinnen fest. Bei den Frauen handelte es sich um Josephine Parra Porquia, 64, und Ma. Luisa Tagamolila Guillen, 62. Menschenrechtsorganisationen kritisierten den Zeitpunkt der Festnahmen und erklärten, dass die Verhaftungen während der Karwoche den Zugang zu Rechtsbeistand aufgrund des eingeschränkten Gerichtsbetriebs erschwerten.

Die Behörden warfen beiden Frauen Verbindungen zur Rebellengruppe „Kilusang Rehiyon–Panay“ / New People’s Army vor. Porquia wird wegen Rebellion aus dem Jahr 2012 angeklagt, während Guillen unter dem Vorwurf der Behinderung der Justiz festgenommen wurde. Menschenrechtsaktivisten wiesen die Vorwürfe zurück und bezeichneten die Festnahmen als Teil eines umfassenderen Musters der Stigmatisierung und Kriminalisierung von Aktivist:innen. Sie erklärten, beide Frauen könnten auf ein langjähriges Engagement in der Gemeindearbeit und für marginalisierte Bevölkerungsgruppen zurückblicken.

Menschenrechtsorganisationen haben den Obersten Gerichtshof, die Menschenrechtskommission und andere Behörden aufgefordert, beide Fälle zu untersuchen, und davor gewarnt, dass die anhaltende Verfolgung von Aktivist:innen und Entwicklungshelfer:innen die Zivilbevölkerung weiter gefährden könnte.

Die staatlichen Behörden haben bislang keine öffentliche Stellungnahme zu den Vorwürfen der Schikanierung in Negros oder zu der menschenrechtlichen Kritik im Zusammenhang mit den Festnahmen in Iloilo abgegeben.

 

Foto © Karapatan

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