Ein Regionalgericht in Tacloban City bestätigte die Verurteilung der Lokaljournalistin Frenchie Mae Cumpio und der Kirchenmitarbeiterin Marielle Domequil wegen Terrorismusfinanzierung, womit ihre Anträge auf Überprüfung des Urteils und Freilassung gegen Kaution abgewiesen wurden.
Am 25. März 2026 wies Richterin Georgina Uy Perez vom Regionalgericht Tacloban City, Abteilung 45, beide Anträge als unbegründet zurück. Infolgedessen werden die beiden Frauen vom Gefängnis in Tacloban City in die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Mandaluyong City verlegt, weit entfernt von ihren Familien in der Region Eastern Visayas.
Cumpio wurde im Februar 2020 im Alter von 21 Jahren festgenommen. Vor ihrer Festnahme arbeitete sie als Geschäftsführerin von „Eastern Vista“, einem alternativen Online-Nachrichtenportal, und als Radiomoderatorin, die über mutmaßliche Übergriffe von Polizei und Militär in der Region Eastern Visayas berichtete. Sie wurde am 22. Januar 2026 verurteilt und ist damit die erste Journalistin in der Geschichte der Philippinen, die wegen Terrorismusfinanzierung zu 12 bis 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde.
Die Anklagepunkte beruhen auf Vorwürfen, dass Cumpio und Domequil im März 2019 nach Catbalogan auf die Insel Samar gereist seien und dort angeblich Bargeld und Vorräte an Mitglieder der Rebellengruppe New People’s Army (NPA) übergeben hätten; die NPA wurde 2017 in den Philippinen offiziell als terroristische Organisation eingestuft. Beide Frauen haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Ihr Anwält:innenteam äußerte Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Zeug:innen der Anklage – mutmaßliche ehemalige Rebell:innen – und wies auf Unstimmigkeiten in deren Aussagen hin.
Die National Union of Journalists in the Philippines (NUJP) warnte, dass die Bestätigung des Urteils einen gefährlichen Präzedenzfall für Journalist:innen, Mitarbeiter:innen von humanitären Organisationen und Aktivist:innen darstelle. Fünf UN-Sonderberichterstatter:innen hatten das Urteil als „beunruhigend“ bezeichnet und das Gericht aufgefordert, Cumpio bis zur Entscheidung über die Berufung gegen Kaution freizulassen. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab.
Die Rechtsverteidiger:innen von Cumpio kündigten an, den Fall vor das Berufungsgericht zu bringen. Die Anwältin Julianne Agpalo von der National Union of People’s Lawyers warnte, das Urteil werde eine einschüchternde Wirkung auf kritische Journalist:innen, Nichtregierungsorganisationen und Kirchenmitarbeiter:innen haben.
Foto © Raffy Lerma
