Ein philippinisches Regionalgericht hat die Mordanklage gegen die Lokaljournalistin Frenchie Mae Cumpio zurückgewiesen. Das Regionalgericht Laoang in Nord-Samar entschied am 6. November 2025, dass die Anzeige die Beschuldigte falsch identifiziert habe.
Die 26-jährige Cumpio, Geschäftsführerin des unabhängigen Nachrichtenportals Eastern Vista und Radiomoderatorin, sah sich seit ihrer Verhaftung im Februar 2020 mehreren Anklagen gegenüber, darunter illegaler Besitz von Schusswaffen und Sprengstoff, Terrorismusfinanzierung und Mord. Sie muss sich weiterhin wegen zweier Fälle von illegalem Besitz von Schusswaffen und Sprengstoff, die gemeinsam verhandelt wurden, sowie wegen Terrorismusfinanzierung verantworten. Laut Julianne Agpalo von der National Union of People’s Lawyers (NUPL) kann sie aus der Haft entlassen werden, wenn sie von diesen Anklagen freigesprochen wird. Die Verhandlungen zu diesen verbleibenden Anklagen sind für den 22. Januar und den 9. Februar 2026 angesetzt.
Das Berufungsgericht wies auch die zivilrechtliche Einziehungsklage gegen Cumpio ab, in der fast 10.000 Dollar ihres Vermögens gefordert wurden, und verwies dabei auf unzureichende Beweise für einen Zusammenhang der Gelder mit Terrorismus. Internationale Pressefreiheitsorganisationen, darunter Reporter ohne Grenzen (RSF), verurteilten die Anklage als politisch motiviert und forderten ihre vollständige Freilassung.
Die Verteidigerinnen der Rechte indigener Völker, Julieta Gomez und Niezel Velasco, wurden am 16. Juli 2021 ebenfalls verhaftet. Wie Cumpio wurden sie wegen Mordes und illegalem Besitz von Schusswaffen und Sprengstoff angeklagt. Das Regionalgericht von Quezon City wies die Anklage am 8. April 2025 unter Berufung auf fehlende glaubwürdige Beweise und Verfahrensverstöße ab.
Gomez und Velasco haben nun Strafanzeige gegen die Polizeibeamt:innen gestellt, die für ihre fast vierjährige Verhaftung und Inhaftierung verantwortlich sind. Am 14. November 2025 reichten sie beim Ombudsmann ein Positionspapier ein, in dem sie den Beamt:innen schwerwiegendes Fehlverhalten, rechtswidrige Verhaftung und das Platzieren von Beweismitteln vorwerfen und ihre Entlassung und den Verlust ihrer Bezüge fordern. Sandugo, Katribu und andere indigene und Menschenrechtsgruppen schlossen sich ihnen in einer Solidaritätskundgebung an, um angesichts der anhaltenden politischen Verfolgung von mehr als 700 Aktivist:innen und Verteidiger:innn der Rechte indigener Völker auf den Philippinen Gerechtigkeit zu fordern.
Foto © Raffy Lerma
