Neunzehn Menschen, darunter sowohl Kämpfer:innen der Rebellengruppe New People’s Army (NPA) als auch unbewaffnete Zivilist:innen, wurden am 19. April 2026 bei einer Militäroperation im Barangay Salamanca in Toboso in der Provinz Negros Occidental getötet. Die Tötungen lösten nationale und internationale Empörung sowie Forderungen nach einer unparteiischen Untersuchung aus. Die NPA ist der bewaffnete Flügel der Kommunistischen Partei der Philippinen (Communits Party of the Philippines/CPP) und wird offiziell als terroristische Vereinigung eingestuft.
Die philippinische Militär (Armed Forces of the Philippines/AFP) verkündete einen entscheidenden Sieg über kommunistische Aufständische und behaupteten, alle Getöteten seien bewaffnete Rebell:innen gewesen. Diese Darstellung wird jedoch von Menschenrechtsgruppen, lokalen Aktivist:innen und den Familien der Opfer vehement bestritten. Sie bestehen darauf, dass mindestens neun der Getöteten Zivilist:innen waren; dies wurde von der CPP bestätigt. Zwei der getöteten Zivilist:innen waren Minderjährige, zwei waren US-Bürger.
Menschenrechtsorganisationen betonen, dass mehrere dieser Personen keine bekannten Verbindungen zur NPA hatten und sich für Gemeindearbeit, Forschung oder Berichterstattung in der Gegend aufhielten, darunter waren: Lokaljournalist R.J. Ledesma (Altermidya), Studentenvertreterin Alyssa Alano, Jugendrechtsaktivistin Maureen Keil Santuyo (National Network of Agrarian Reform Advocates/NNARA-Youth), Bäuer:innenrechteaktivist Errol Wendel (Unyon ng mga Manggagawa sa Agrikultura) sowie der Menschenrechtsaktivist Lyle Prijoles (International Coalition for Human Rights in the Philippines California) und sein Begleiter Kai Sorem aus den USA.
Augenzeug:innenberichte und forensische Befunde haben ernsthafte Zweifel am Ablauf der Militäroperation aufkommen lassen. Die Gerichtsmedizinerin Dr. Raquel Fortun berichtete von Schusswunden im Rücken und einer möglichen unsachgemäßen Behandlung der Leichen. Die sterbliche Überreste von Errol Wendel wurden, wie Fortun feststellte, falsch identifiziert; sein Leichnam wurde bisher nicht gefunden.
Das Militär behauptet, dass es sich bei allen Getöteten um Kämpfer:innen handelte. Die CPP hingegen identifizierte zehn von ihnen als NPA-Kämpfer:innen, die übrigen als Zivilist:innen. Die Menschenrechtskommission (Commission on Human Rights/CHR) kündigte eine Untersuchung an und schloss sich damit den Forderungen von zivilgesellschaftlichen Gruppen nach vollständiger Transparenz an.
Die Toboso-Tötungen verdeutlichten einen anhaltenden Kreislauf der Gewalt in den Philippinen, der mit dem bewaffneten Konflikt zwischen den philippinischen Streitkräften und NPA-Kämpfern zusammenhängt.
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