Die Philippinen beabsichtigen, in der nächsten Verhandlungsrunde vom 29. Juni bis zum 3. Juli 2026 in Brüssel ein Freihandelsabkommen (FHA) mit der Europäischen Union (EU) abzuschließen.
Allan Gepty, Staatssekretär im Ministerium für Handel und Industrie (Department of Trade and Industry/DTI), erklärte, beide Seiten sind zuversichtlich, nach sechs Verhandlungsrunden die verbleibenden technischen und inhaltlichen Fragen in den nächsten Gesprächen zu klären.
Gepty meinte zudem, dass das FHA den Philippinen einen bevorzugten Zugang zum EU-Binnenmarkt mit über 450 Millionen Menschen ermöglichen würde. Dies würde die Exporte steigern und europäische Investitionen in Schlüsselbranchen anziehen, darunter erneuerbare Energien, Infrastruktur, fortschrittliche Fertigung und digitale Innovation.
Die EU ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von insgesamt 18,10 Milliarden Dollar die fünftgrößte Handelspartnerin der Philippinen. Das Abkommen soll eine Möglichkeit bieten, die wirtschaftliche Präsenz der EU in Südostasien angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs auszubauen.
Nach der letzten Verhandlungsrunde in Manila vom 18. bis 22. Mai 2026 berichtete das DTI über Fortschritte in Schlüsselbereichen des geplanten FHA, darunter zu dem Handel mit Waren, Dienstleistungen und Investitionen. Die Verhandlungsführer:innen behandelten zudem Themen wie Ursprungsregeln, geistiges Eigentum und digitalen Handel.
Das Abkommen würde das Allgemeine Präferenzsystem Plus (GSP+) ersetzen, das den Philippinen derzeit den zollfreien Export von über 6.000 Produkten in die EU ermöglicht.
Wirtschaftsverbände unterstützen das Abkommen, da es eine Belebung von Handel und Investitionen verspricht, doch es bestehen Bedenken, dass kleinere philippinische Unternehmen Schwierigkeiten haben könnten, die strengen Produktstandards der EU zu erfüllen.
Bereits im Februar 2026 forderte die zivilgesellschaftliche Gruppe Trade Justice Pilipinas (TJP) in einem Statement, die Freihandelsverhandlungen auszusetzen, „bis konkrete, überprüfbare Fortschritte in Bezug auf Arbeitnehmer:innenrechte, die Bekämpfung von Zwangsarbeit und eine echte Industriestrategie zur Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze erzielt wurden“.
TJP betonte zudem, dass grundlegende Arbeitsrechte nach wie vor regelmäßig verletzt werden und die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger:innen sowie Gewalt gegen Aktivist:innen unter der derzeitigen Regierung anhalten.
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