Menschenrechtkommission deckt Muster bei extralegalen Tötungen auf

23. November 2021 | "War on Drugs", Human Rights News

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Am 2. November 2021 veröffentlichte die philippinische Menschenrechtkommission (CHR) die Untersuchungsergebnisse von 579 Fällen in den Regionen Metro Manila, Central Luzon und Calabarzon. Die drei Regionen verzeichneten im Vergleich zum Rest des Landes zwischen Juli 2016 und Februar 2020 die meisten extralegalen Tötungen im sogenannten Krieg gegen die Drogen. 451 der Fälle waren Polizeieinsätze, bei denen mindestens 538 Personen getötet wurden und 167 Personen entweder überlebt haben, oder deren Zustand ungewiss ist. Bei weiteren 104 Fällen waren unidentifizierte Täter involviert.

Die Untersuchung der CHR fördert widersprüchliche Aussagen von Polizeibeamten und Zeug*innen zutage. So kommt die Untersuchung zum Ergebnis, dass manche Einsätze möglicherweise gar nicht stattgefunden haben, dass einige Todesopfer nicht Ziel der Einsätze waren und dass Opfer erst nach der Festnahme getötet wurden.

Die Widersprüche lassen auch eindeutige an den sogenannten „nanlaban“-Fällen zweifeln – das sind Fälle, bei denen sich Verdächtige einer Verhaftung mutmaßlich mit Gewalt widersetzten. Laut Untersuchung überlebten nur 2,36 % der „sich Widersetzenden“ in den 466 „nanlaban“-Fällen den Einsatz. Mindestens 87 Tote zeigten mehrere Schussverletzungen an verschiedenen Körperstellen, hauptsächlich am Kopf, Bauch, Rumpf und der Brust. Außerdem wurden stumpfe Gewalteinwirkungen dokumentiert. Diese exzessive Gewalt und Zeugenaussagen deuten auf Tötungsabsichten und widerlegen die vermeintliche Selbstverteidigung der Polizisten.

Nur 48 % der untersuchten Fälle beinhalteten Dokumente von Polizeibehörden. 77 der Polizeiberichte, die untersucht werden, empfehlen, die beteiligten Polizeibeamten auszuzeichnen oder sogar zu belohnen – beispielsweise durch einen Freispruch oder durch die nachträgliche Legitimierung der Einsätze.

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