Maria Ressa erhält den Friedensnobelpreis

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Am 8. Oktober 2021 verlieh das Nobelkomitee in Oslo den Friedensnobelpreis nach 86 Jahren erneut an zwei Journalist*innen: an die philippinische Journalistin Maria Ressa und ihren russischen Kollegen Dmitri Muratow. Damit würdigt das Nobelkomitee Ressas Bemühungen in ihrer 35-jährigen Berufslaufbahn „als unerschrockene Verteidigerin der Meinungsfreiheit.“ Die Gründerin und Leiterin von Rappler, einer philippinischen investigativ-journalistischen digitalen Plattform, setzt sich beispielsweise für den globalen Kampf gegen Desinformation und der Meinungs- und Pressefreiheit auf den Philippinen ein. Insbesondere ihr Einsatz für eine kritische Berichterstattung zu Rodrigo Dutertes Präsidentschaft machte sie selbst zur Zielscheibe von zunehmenden Angriffen der Regierung gegenüber der Presse. So erhielt sie Morddrohungen und wurde mehrmals angeklagt.

Maria Ressa bezeichnet den Preis als „eine weltweite Anerkennung der Rolle des Journalisten bei der Verbesserung und Reparatur unserer kaputten Welt.” Auch Berit Reiss-Andersen, Vorsitzende des Nobelkomittees, und der deutsche Außenminister Heiko Maas heben hervor, dass der Preis stellvertretend für alle Journalist*innen weltweit steht, die mit ihrer Arbeit für Demokratie und Pressefreiheit einstehen.

Ihre aktuelle internationale Aufmerksamkeit nutzt Ressa sofort, um Facebook zu kritisieren. So sagt sie, der Konzern sei eine Gefahr für die Demokratie, da er die Verbreitung von Hass und Desinformation nicht unterbindet. Hiermit schließt sie sich der ehemaligen Facebook Managerin und Whistleblowerin Frances Haugen an. Vor dem Handelsausschuss des US-Senats beschuldigte diese Facebook am 5. Oktober 2021 als „verantwortlich für den wachsenden Autoritarismus auf den Philippinen“ und in anderen Staaten, indem der Konzern Profit über die öffentliche Sicherheit stellt.

Das Aktionsbündnis Menschenrechte Philippinen – AMP berichtete schon oft über Maria Ressas Engagement gegen Desinformation. Beispielsweise in Bezug auf den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Gesellschaft, den Internationalen Tag der Pressefreiheit, den Dokumentarfilmes “A thousand cuts” oder Ressas Rede bei der Europäischen Union.

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