„Wenn wir nicht handeln, stirbt die Demokratie, wie wir sie kennen“

6. November 2020 | Desinformation

In einem Interview mit dem SWR spricht Maria Ressa, CEO und Mitgründerin von Rappler über soziale Netzwerke und ihren Einfluss auf die Gesellschaft. Die Philippinen sind unter den weltweit führenden Nutzern von sozialen Medien wie facebook, twitter, etc. Für viele Menschen ist facebook gleichbedeutend mit dem Internet und ist zu ihrer einzigen Informationsquelle geworden. Ressa spricht eindringlich über die Gefahren, die es in sich birgt, wenn Meinungen an die Stelle von Fakten gelangen. Einerseits können sich durch das Fehlen einer redaktionellen Kontrolle Hassreden und Halbwahrheiten in Windeseile global verbreiten. Auf der anderen Seite werden die Algorythmen der sozialen Medien bewusst genutzt, um die Meinung der Nutzer zu manipulieren. Ressa berichtet, dass Unternehmen wie Cambridge Analytica ihre Methoden bewusst in Ländern des globalen Südens wie den Philippinen testen, um sie später global einzusetzen. Und für diese Testmethoden zahlen die betroffenen Länder einen hohen Preis – denn gerade in einem Land wie die Philippinen, in welchem die Regierung den Hass gegen Menschenrechtsaktivisten und Journalisten schürt, fordert diese Manipulation Menschenleben. Doch Ressa macht deutlich, dass dies nicht nur auf den globalen Süden beschränkt bleibt: „If we don’t take significant action now, democracy as we know it is dead. We in the Philipines are the dystopian future of Western democracies”  

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