Chito Gascon, Vorsitzender der Menschenrechtskommission, mit 57 Jahren verstorben

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Im Alter von 57 Jahren starb Cito Gascon am 9. Oktober 2021 nach einer COVID 19-Infektion. Zuletzt war der Anwalt seit 2015 Vorsitzender der philippinischen Menschenrechtskommission (CHR) – sein Amt hätte im Mai 2022 geendet. Als scharfer Kritiker des sogenannten Krieges gegen die Drogen seit Rodrigo Dutertes Präsidentschaft prägte er die Ausrichtung der CHR. So nahmen Dutertes Regierung und seine Unterstützer die CHR immer wieder unter Beschuss – beispielsweise mit dem Vorwurf, sie würde auf der Seite der Opfer des sogenannten Krieges gegen die Drogen stehen. Jacqueline De Guia, Sprecherin der CHR, beschrieb Gascon in ihrer Stellungnahme zu seinem Tod wie folgt: „Er kämpfte unermüdlich und entschieden für die universellen Werte der Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit, die für die Wahrung der Menschenrechte unerlässlich sind.“

Vor seiner Arbeit für die CHR war Chito Gascon Mitglied im Human Rights Victims Claims Board, einem Beschwerdeausschuss, der für Entschädigungen von Opfern vom Regime Ferdinand Marcos‘ zuständig ist. Nach dem Ende der Marcos-Diktatur und zu Beginn Corazon Aquino’s Präsidentschaft war er als Mitglied der Verfassungskommission an der Ausarbeitung der Verfassung von 1987 beteiligt.

Neben etlichen Kondolenzbekundungen von Politiker*innen und Menschenrechtsorganisationen äußerte sich auch Leni Robredo, Präsidentschaftskandidatin und aktuelle Vizepräsidentin, mit den Worten: „Er war ein beständiges Licht in diesen dunklen Zeiten.“ Insbesondere denkt sie an den gemeinsamen Aktivismus gegen Ferdinand Marcos zurück. „Als ich Studentin an der UP war, stand Chito bei unseren Protestmärschen gegen die Diktatur als Vorsitzender des UP-Studentenrats an der Spitze. Er öffnete die Tür für viele andere, sich stärker im Kampf für die Wiederherstellung der Demokratie zu engagieren.“

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