Fünf Sonderberichterstatter:innen der Vereinten Nationen (United Nations/UN) haben die vorläufige Freilassung der Journalistin Frenchie Mae Cumpio und der Kirchenmitarbeiterin Marielle Domequil gefordert, nachdem diese in den Philippinen wegen Terrorismusfinanzierung für schuldig befunden worden waren. Der Aufruf erfolgte durch die UN-Sonderberichterstatter:innen Irene Khan, Ben Saul, Gina Romero, Mary Lawlor und Margaret Satterthwaite.
In einer gemeinsamen Erklärung vom 5. März 2026 bezeichneten die UN-Expert:innen das Urteil als „beunruhigend“ und äußerten Bedenken hinsichtlich der sechsjährigen Untersuchungshaft der beiden sowie des angeblichen Mangels an einem ordnungsgemäßen Verfahren. Sie forderten das Gericht nachdrücklich auf, ihnen während des Berufungsverfahrens eine Freilassung gegen Kaution zu gewähren, und betonten, dass sie „es verdienen, frei zu sein, um für Gerechtigkeit zu kämpfen“.
Cumpio und Domequil wurden im Februar 2020 festgenommen und zunächst wegen illegalen Besitzes von Schusswaffen und Sprengstoff angeklagt. Während sie von diesen Vorwürfen freigesprochen wurden, befand ein Gericht in Tacloban sie am 22. Januar 2026 der Terrorismusfinanzierung für schuldig und verurteilte sie zu 12 bis 18 Jahren Haft.
Ihre Anwält:innen haben gegen das Urteil Einspruch eingelegt und argumentiert, die Staatsanwaltschaft habe keine ausreichenden und zuverlässigen Beweise vorgelegt. Das Gericht lehnte ihren Antrag auf Freilassung gegen Kaution am 13. Februar 2026 jedoch ab und begründete dies mit Fluchtgefahr und der Gefahr einer möglichen weiteren Beteiligung an mutmaßlichen terroristischen Aktivitäten.
Eine Anhörung zu ihren Anträgen auf Überprüfung ist für den 23. März 2026 angesetzt.
Unterdessen haben internationale Pressefreiheitsorganisationen und lokale Gruppen die Verurteilung und die fortgesetzte Inhaftierung verurteilt und als ungerecht und politisch motiviert bezeichnet. Committee to Protect Journalists, Reporter ohne Grenzen und Free Press Unlimited haben Cumpio für den Guillermo-Cano-Weltpreis für Pressefreiheit 2026 der UNESCO nominiert, aufgrund ihres Mutes, ihres Engagements für den Journalismus und ihres Einsatzes für die Pressefreiheit.
Foto © Raffy Lerma
