Sara Duterte behält Vorsprung vor Marcos Jr. in Vertrauen und Zustimmung, während Korruptionsskandale sich verschärfen

Laut aktuellen Umfragen liegt Vizepräsidentin Sara Duterte in der öffentlichen Zustimmung und im Vertrauensranking weiterhin vor Präsident Ferdinand Marcos Jr.

Eine im Dezember 2025 durchgeführte Umfrage von Pulse Asia ergab, dass Marcos Jr. eine Zustimmungsrate von 34% und eine Vertrauensrate von 32% erhielt, während fast die Hälfte der Befragten Ablehnung und Misstrauen äußerte. Sara Duterte erzielte trotz einer Anzeige wegen Veruntreuung vertraulicher Gelder mit 56% Zustimmung und 54% Vertrauen höhere Werte.

Die Werte von Marcos Jr. haben sich seit September 2025, als sich die Vorwürfe um Scheinprojekte und unvollendete Hochwasserschutzprojekte verschärften, kaum erholt. Der Skandal, dessen Schaden auf 79 Milliarden Pesos in fast einem Jahrzehnt geschätzt wird, hat Beamte des öffentlichen Bauwesens, Bauunternehmer:innen und politische Verbündete in Mitleidenschaft gezogen, obwohl die Verhaftungen bisher auf Beamt:innen der unteren Ebene beschränkt waren.

Marcos Jr. verzeichnete seine schwächste Unterstützung in der Region von Mindanao und Visayas sowie unter den ärmsten Filipin@s. Duterte hingegen erfreute sich in Mindanao überwältigender Zustimmung und behielt das Vertrauen der Mehrheit der einkommensschwachen Gruppen, auch wenn seine Unterstützung in der ärmsten Bevölkerungsschicht leicht nachließ.

Malacañang spielte die Umfrageergebnisse herunter, und die Pressesprecherin des Palastes, Claire Castro, erklärte, der Präsident bleibe unbeeindruckt und argumentierte, seine Entscheidung, anomale Hochwasserschutzprojekte zu untersuchen, sei notwendig gewesen, auch wenn sie politisch kostspielig gewesen sei.

Politische Beobachter:innen sagen, dass Dutertes Widerstandsfähigkeit die Wahrnehmung von ihr als Favoritin für die Präsidentschaft gestärkt hat, insbesondere da sich aus dem Lager von Marcos Jr. kein klarer Nachfolger oder Nachfolgerin herauskristallisiert hat.

Unterdessen zeigt eine separate Umfrage von Pulse Asia, dass eine Mehrheit der Filipin@s die sofortige Verabschiedung eines Gesetzes gegen politische Dynastien unterstützt, wobei die Zustimmung in Mindanao am geringsten ist. Trotz verfassungsrechtlicher Bestimmungen, die politische Dynastien verbieten, hat der Kongress noch kein entsprechendes Gesetz verabschiedet, und Kritiker:innen weisen darauf hin, dass die meisten Gesetzesentwürfe von Politiker:innen aus Dynastien selbst verfasst wurden.

Um die Forderungen nach Veränderungen zu verstärken, hat eine Koalition aus reformorientierten Beamt:innen, Wissenschaftler:innen und Bürger:innen, darunter der Bürgermeister von Pasig City, Vico Sotto, erneut auf eine bessere Gesetzgebung gegen Dynastien gedrängt und dabei den Skandal um den Hochwasserschutz als Beweis für die systemische Korruption im Zusammenhang mit politischen Familien angeführt.

Die Koalition forderte einen von Bürger:innen geführten nationalen Dialog über politische Dynastien und drängte verschiedene Netzwerke und Interessengruppen, sich zusammenzuschließen, um eine einheitliche öffentliche Haltung zu diesem Thema zu entwickeln, mit dem Ziel, eine Demokratie zu stärken, die der breiten Bevölkerung und nicht nur einigen wenigen dient.

 

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