Menschenrechtsverteidiger*innen mit wachsender Bedrohung konfrontiert

Die Situation der Menschenrechtsverteidiger*innen auf den Philippinen ist im Laufe der vergangenen Monate eskaliert, die TAZ spricht sogar von einer Hetzjagd auf politisch Andersdenkende. Auf den Mord an Jory Porquia folgten die Morde an Randall Echanis und Zara Alvarez, um nur die prominentesten zu nennen.

Aktivist*innen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft stehen aktuell stark unter Druck geraten. Vor dem Hintergrund dieser massiven Mord- und Einschüchterungskampagne fürchten alle Akteur*innen der Zivilgesellschaft um ihr Leben. Über die Drohungen gegen Menschenrechtsverteidiger*innen, beispielsweise durch Versand von Todeslisten via SMS, berichtete Rappler, eine der wenigen verbliebenen kritischen Medienstimmen.

Das gnadenlose Vorgehen gegen Aktivisten zeigt sich am Fall der Menschenrechtsaktivistin Raena Mae Nasino, die letztes Jahr für angeblichen Waffen- und Sprengstoffbesitz festgenommen wurde. Die Inhaftierte war schwanger und brachte ihr Baby River Emmanuel Nasino in Haft zur Welt. Nach nur einem Monat wurde ihr das Baby entgegen der internationalen Konvention zum Umgang mit Säuglingen abgenommen. Trotz mehrerer Petitionen durfte sie das Kind weder stillen noch sehen. Baby River starb mit nicht einmal drei Monaten an einer Lungenentzündung. Der geplante sechstägige Hafturlaub Nasinas anlässlich der Beerdigung wurde auf wenige Stunden verkürzt. Nasina musste die gesamte Beisetzung über Handschellen tragen. Dies ist als Verletzung der Rechte Gefangener und als Demütigung gegenüber Kritikern zu betrachten.

 

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