IFI-Diakon Aldeem Yañez soll in Taguig Gefängnis verlegt werden, Unterstützer:innen fordern erneut seine Freilassung

Das Verfahren wegen Terrorismusfinanzierung gegen den Entwicklungs- und Kirchenmitarbeiter Aldeem Yañez wurde vom Regionalgericht (Regional Trial Court/RTC) von Lanao del Norte in Iligan City an die RTC-Zweigstelle 266 in Taguig verlegt. Am 9. Februar 2026 gab das Gericht in Taguig zudem dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, Yañez unter Berufung auf „Erwägungen der nationalen Sicherheit“ in das Camp Bagong Diwa in Taguig City zu verlegen.

Die Verlegung gilt auch für Yañez’ Mitangeklagte Emilio Gabales und Aileen Villarosa. Die Menschenrechtsorganisation Karapatan wies darauf hin, dass die drei zu den „NMR 16“ gehören, einer Gruppe von 16 Personen, die angeklagt sind, angeblich Gelder an die kommunistische Partei der Philippinen und ihre Rebellengruppe (Communist Party of the Philippines-New People’s Army/CPP-NPA) bereitgestellt zu haben, die von der philippinischen Regierung als „terroristisch“ eingestuft werden.

Yañez’ Verteidigungsteam reichte am 26. Februar 2026 einen Antrag ein, in dem es das Gericht in Taguig aufforderte, seine Entscheidung zu überdenken. Die Anwält:innen argumentierten, dass ein Wechsel des Gerichtsstandes keine Verlegung der Inhaftierten erforderlich mache, und stellten die Stichhaltigkeit der angeführten nationalen Sicherheitsbedenken in Frage.

Unterdessen sieht sich Yañez vor der 41. Kammer des Regionalgerichts von Misamis Oriental in Cagayan de Oro mit separaten Anklagen wegen angeblichen illegalen Besitzes von Schusswaffen und Sprengstoff konfrontiert. Das Kreuzverhör der Zeug:innen der Verteidigung ist für den 11. März 2026 angesetzt.

Yañez engagierte sich ehrenamtlich beim Visayas–Mindanao Regional Office for Development (VIMROD) der Iglesia Filipina Independiente (IFI) sowie bei der Philippine Ecumenical Peace Platform, einem Netzwerk, das sich für die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen der philippinischen Regierung und der National Democratic Front (NDF) einsetzt. Er wurde am 25. April 2025 im Männerwohnheim des Bezirksgefängnisses von Cagayan de Oro zum Diakon der IFI geweiht.

Religiöse und Menschenrechtsorganisationen fordern weiterhin seine Freilassung und verweisen dabei auf Verzögerungen in den zahlreichen gegen ihn angestrengten Verfahren.

Yañez wurde am 10. April 2022 in seinem Haus in Iponan, Cagayan de Oro, festgenommen. Die staatlichen Sicherheitskräfte behaupteten, sie hätten in seiner Wohnung eine Pistole und Sprengstoff sichergestellt, und beschuldigten ihn, Verbindungen zur NPA zu haben. Yañez’ Familie und Unterstützer:innen weisen die Vorwürfe zurück und behaupten, die Waffen seien dort platziert worden. Zudem erklärten sie, er habe sich vor seiner Festnahme um seinen kranken Vater gekümmert.

Das Platzieren von Waffen bei Durchsuchungen ist eine „gängige Praxis“ von Polizei und Militär, um Anklagen gegen Menschenrechtsverteidiger:innen zu konstruieren.

Als Zeichen der Unterstützung reichten Priester:innen und Vertreter:innen lokaler und internationaler Kirchen im Februar 2026 eine Petition bei Präsident Ferdinand Marcos Jr. ein, in der sie die Freilassung von Yañez und anderen politischen Gefangenen forderten, die ihrer Meinung nach zu Unrecht inhaftiert sind.

Trotz seiner Inhaftierung hat Yañez im Gefängnis weiterhin Musik geschaffen. In kirchlichen Kreisen als Songwriter bekannt, hat er zahlreiche Lieder komponiert, die Themen wie Glauben, Kampf und Hoffnung widerspiegeln. Im November 2024 veröffentlichte das IFI ein Liederbuch und ein Album mit dem Titel „Gawasnon (Freiheit): Lieder von Kampf, Freiheit und Hoffnung“, das Dutzende von Liedern enthält, die Yañez während seiner Haft geschrieben hat.

 

Foto © IFI

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