Die Polizeibehörden nahmen John Tabada Ruiz, Vizepräsident von Makabayan Visayas und prominenter Aktivist aus Zentral-Visayas, am 31. August 2026 in seiner Wohnung im Barangay Guadalupe in Cebu City fest.
Die Festnahme erfolgte auf Grundlage eines Haftbefehls wegen versuchten Mordes – ausgestellt vom Regionalgericht in Himamaylan City, Negros Occidental.
Ruiz wurde kurz nach seiner Teilnahme an einer Demonstration zum „National Heroes Day“ an der Universität der Philippinen in Cebu in Gewahrsam genommen. Er beharrt darauf, niemals einer bewaffneten Gruppe angehört zu haben, und erklärt, die Anschuldigungen seien erfunden, um Kritiker:innen zum Schweigen zu bringen und Aktivismus zu unterbinden.
Ruiz galt angeblich als der meistgesuchte Mann der Provinz und wurde beschuldigt, Anfang 2024 an einem bewaffneten Zwischenfall in Negros Occidental beteiligt gewesen zu sein – eine Behauptung, die er entschieden zurückweist.
Ruiz wurde am 2. September 2026 gegen Kaution freigelassen und muss im Fall des versuchten Mordes vor der 55. Kammer des Regionalgerichts erscheinen. Er fragte, warum die gegen ihn erhobenen Anklagen Vorfälle in Negros Occidental beträfen, obwohl er in Cebu City ansässig sei.
Die Menschenrechtsorganisationen Karapatan und Bayan Muna verurteilten die Festnahme einhellig und bezeichneten sie als Teil eines umfassenderen Musters der Schikanierung und Kriminalisierung von Aktivist:innen in der Region.
Laut Karapatan Central Visayas werfen der Haftbefehl und die Umstände seiner Ausstellung ernsthafte Bedenken hinsichtlich eines ordnungsgemäßen Verfahrens auf: Einerseits wurden dem Beschuldigten weder Kopien der Anzeige noch Vorladungen ausgehändigt. Andereseits hatte er keine Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu reagieren, bevor der Haftbefehl erlassen wurde.
In demselben Haftbefehl wurden auch die Aktivistinnen Jhonggie Rumol und Dyan Gumanao namentlich genannt.
Im Jahr 2023 verschwand die Menschenrechtsverteidigerin Dyan Gumanao zusammen mit ihrem Partner Armand Dayoha in Cebu City, angeblich durch staatliche Sicherheitskräfte. Beide wurden verhört und psychischer Gewalt ausgesetzt, bevor sie gezwungen wurden, Dokumente zu unterzeichnen, die ihnen als Beweis für ihre angebliche „Ergebung“ vorgelegt wurden.
Jhonggie Rumol, ehemalige Geschäftsführerin der Visayas Human Development Agency (ViHDA) und derzeitige Beraterin der Organisation, wurde ebenfalls wiederholt wegen ihrer Arbeit als Community Organizer verfolgt.
Das Center for Trade Union and Human Rights (CTUHR) verurteilte die Anklagen gegen Ruiz, Rumol und Gumanao und erklärte, ihre Fälle zeigten, wie Aktivist:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen allein aufgrund ihrer politischen und gemeinnützigen Arbeit wiederholt in Strafverfahren hineingezogen werden können.
Foto © Karapatan
